Was ist Moonshine?

Moonshine ist Schnaps, der heimlich gebrannt wurde: ohne Genehmigung, ohne Steuer, meist bei Nacht. In den USA meint das Wort heute vor allem einen klaren, ungelagerten Whiskey aus Mais. Er hat meist um die 40 % vol, oft mehr, weil bei einer Anlage, die es offiziell nicht gibt, niemand nachmisst. Der Name stammt aus dem England des 18. Jahrhunderts und verrät, zu welcher Tageszeit gearbeitet wurde.

Was ist Moonshine?

Im Englischen hieß „moonshine“ lange einfach Mondlicht, später auch leeres Gerede. Ab 1785 ist das Wort für geschmuggelten Branntwein belegt, an den Küsten von Kent und Sussex. Gebrannt und verschoben wurde bei Mondlicht, weil man dann am wenigsten gesehen wurde.

In Amerika fand das Wort seine zweite Heimat. 1791 erhob die junge Regierung eine Steuer auf Whiskey, und viele kleine Brenner beschlossen, sie nicht zu zahlen. Die Prohibition von 1920 bis 1933 machte aus der Nebenbeschäftigung ein Gewerbe. Heute verkaufen amerikanische Destillerien klare, ungelagerte Brände ganz legal unter demselben Namen. Das Wort hat die Seiten gewechselt. Den Geruch von Holzrauch hat es behalten.

Wie viel Prozent hat Moonshine?

Legal abgefüllter Moonshine liegt meist bei etwa 40 % vol. Schwarz gebrannter kann deutlich stärker sein, und genau das ist das Problem: Ohne Kontrolle weiß niemand, was im Glas ist. Wer heute „Moonshine“ auf einem Etikett liest, liest ein Versprechen über den Stil, nicht über die Herkunft.

Ist Moonshine dasselbe wie Schnaps?

Nicht ganz. Moonshine ist weniger ein Getränk mit Rezept als ein Umstand: Schnaps ohne Erlaubnis. In Amerika war es meistens Mais, in den Alpen Obst. Ein Obstler etwa wird vor allem aus Äpfeln und Birnen gebrannt und hat mindestens 37,5 % vol; das Landwirtschaftsministerium führt ihn als traditionelles österreichisches Lebensmittel. Mit Genehmigung gebrannt, ist er ein Obstler. Ohne, ist er ein Fall für den Zoll.

Schwarzbrennen in den Alpen

Die Alpen hatten ihre eigene Fassung dieser Geschichte, lange bevor hier jemand das englische Wort kannte. Schon ein Tiroler Rechnungsbuch aus den Jahren 1322 bis 1332 erwähnt „aqua vitae“, Branntwein. Wo Obstbäume stehen und die Winter lang sind, wird gebrannt.

Der Staat wollte mitverdienen, und die Bauern fanden Wege, ihn nicht allzu oft zu fragen. Daraus wurde eine sehr österreichische Lösung: die Abfindungsbrennerei. Der kleine Brenner zahlt nicht nach dem Alkohol, der am Ende herauskommt, sondern nach dem, was er vorher in den Kessel gibt. Dazu kam eine steuerfreie Menge für den Hausbrand, den Schnaps für den eigenen Hof.

Manche dieser Höfe durften im Jahr bis zu 300 Liter reinen Alkohol erzeugen. Im Volksmund heißt das bis heute das Maria-Theresianische Brennrecht. Ob die Kaiserin je so etwas unterschrieben hat, lässt sich nicht belegen; das Finanzministerium fand in den Gesetzeskommentaren keinen Hinweis darauf. Der Name ist trotzdem geblieben. Allein in Tirol waren 1996 rund 8.200 Abfindungsberechtigte erfasst.

Und daneben, das gehört zur Wahrheit, gab es immer die anderen. Schwarzbrennerei gehört zum Bauernland, seit es eine Steuer gibt, der man ausweichen kann. Man erzählt von einem kleinen Kupferkessel im Stadel, von dem kein Amt wusste, und von einem Feuer, das nur brannte, wenn der Nebel tief genug hing, um den Rauch zu schlucken. Geredet hat darüber kaum jemand. Gewusst haben es alle.

Warum heißt ein Laden in Bad Gastein Moonshine?

Weil der Name an diese Tradition erinnert und nicht so tut, als wäre er sie. Gastein Moonshine ist ein Laden in Bad Gastein, kein Kupferkessel im Stadel. Im Regal stehen Flaschen, die wir ausgewählt haben, manche nach eigenem Rezept: ein Zirbenschnaps, ein Zirben Gin, Liköre für lange Abende. Alles mit Genehmigung, alles versteuert.

Was wir vom alten Moonshine übernommen haben, ist das andere: dass ein Glas am Abend mehr sein kann als ein Getränk. Dass man es teilt. Dass es draußen kalt sein darf.

Die Schnäpse und Liköre gibt es im Laden und online. Wie alles angefangen hat, steht in unserer Geschichte.